Siemens und Nvidia präsentieren KI-Vision für Industrie auf CES

Worum geht’s?

Siemens-CEO Roland Busch und Nvidia-Gründer Jensen Huang haben auf der CES in Las Vegas ihre gemeinsame Vision vorgestellt: Künstliche Intelligenz soll zur zentralen Plattform für die industrielle Produktion werden. Im Mittelpunkt steht der Digital Twin Composer, eine Software, die ab Mitte 2026 verfügbar sein soll und die Verschmelzung von realer und virtueller Produktionswelt ermöglicht.

Hintergrund & Einordnung

Die Partnerschaft verbindet Siemens‘ Expertise bei digitalen Zwillingen mit Nvidias fotorealistischen Omniverse-Bibliotheken und Echtzeit-Engineering-Daten. Nutzer können in einer dreidimensionalen virtuellen Umgebung Zeitverläufe simulieren und beispielsweise die Auswirkungen von Wetterbedingungen oder technischen Modifikationen an Anlagen testen, bevor diese physisch umgesetzt werden.

Der Lebensmittel- und Getränkekonzern PepsiCo setzt die Technologie bereits in US-Produktionsstätten ein. Dabei werden nach Unternehmensangaben 90 Prozent potenzieller Probleme erkannt, bevor physische Änderungen vorgenommen werden. Der Durchsatz stieg bei der ersten Implementierung um 20 Prozent, während die Investitionskosten um 10 bis 15 Prozent sanken.

Siemens entwickelt zusätzlich neun industrielle KI-Assistenten zur Optimierung von Produktdaten und Verkürzung der Markteinführungszeit. In Zusammenarbeit mit Meta und Ray-Ban entstehen intelligente Brillen, die Fabrikmitarbeitern Echtzeitinformationen zu Sicherheit und Arbeitsabläufen ins Sichtfeld projizieren. Das Siemens-Werk in Erlangen soll noch 2026 zur ersten vollständig KI-gesteuerten, adaptiven Fertigungsstätte weltweit umgebaut werden.

Was bedeutet das für Unternehmen?

  • Virtuelle Simulationen ermöglichen es, Produktionsänderungen risikofrei zu testen und Fehler vor der physischen Umsetzung zu eliminieren
  • Die Integration von KI in die gesamte Wertschöpfungskette verspricht signifikante Effizienzsteigerungen und Kostensenkungen
  • Branchen wie Life Sciences könnten neue Therapien bis zu 50 Prozent schneller zur Marktreife bringen
  • Die Technologie erfordert strategische Investitionen in digitale Infrastruktur und Mitarbeiterqualifizierung
  • Das industrielle Metaverse wird ab 2026 über den Siemens Xcelerator Marketplace zugänglich

Quelle

Siemens auf der CES: KI als Betriebssystem für die Industrie (Computerwoche, 2026-01-07)

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