Cisco präsentiert autonome KI-Netzwerke für die Agentic Era

Worum geht’s?

Cisco hat auf seiner Hauskonferenz Cisco Live 2026 in Amsterdam die sogenannte „Agentic Era“ eingeläutet – eine neue Phase, in der Künstliche Intelligenz nicht mehr nur unterstützend agiert, sondern eigenständig Entscheidungen im Netzwerk trifft. Der Netzwerkausrüster präsentierte dabei eine Reihe von Produkten und Konzepten, die Unternehmen auf autonome KI-Systeme vorbereiten sollen. Im Zentrum steht die Frage, wie Netzwerkinfrastrukturen beschaffen sein müssen, damit KI-Agenten zuverlässig und sicher arbeiten können.

Die zentrale Botschaft: Nur etwa elf Prozent der Unternehmen in der EMEA-Region verfügen derzeit über eine KI-bereite Infrastruktur. Cisco sieht sich als Wegbereiter für diese Transformation und definiert vier grundlegende Säulen – Zeit, Vertrauen, Talent und Technologie – auf denen die neue Ära aufbauen soll.

Hintergrund & Einordnung

Die Ankündigungen umfassen mehrere Innovationen: Der neue Silicon One G300 Chip erreicht eine Übertragungskapazität von 102,4 Terabit pro Sekunde und soll KI-Anwendungen massiv beschleunigen. Die Unified Edge Plattform bündelt Rechenleistung, Speicher, Netzwerk und Sicherheitsfunktionen an einem Ort – ideal für KI-Anwendungen, die dort laufen müssen, wo Daten entstehen. Mit AgenticOps führt Cisco zudem ein neues Betriebsmodell ein, das KI-gesteuerte Problemerkennung und -behebung automatisiert.

Beim Thema Sicherheit setzt Cisco auf „Sovereign Trust“ mit rechtlichen Garantien für isolierte Systeme und ein Konzept namens AI Defense, das Transparenz über KI-Aktivitäten im Netzwerk schaffen soll. Als Praxisbeispiel nannte der Konzern Nestlé, das durch Netzwerkmodernisierung kritische Vorfälle um 50 Prozent reduzieren konnte. Cisco betont dabei, dass es nicht um den Ersatz menschlicher Arbeitskraft gehe, sondern darum, Millionen Menschen für die KI-Ära zu qualifizieren.

Die Ankündigungen fügen sich in Ciscos umfassendere Transformation zum KI-fokussierten Infrastrukturanbieter ein. Der rasante Innovationszyklus erfordert von Unternehmen schnelles Handeln – eine der vier Säulen, die Cisco als entscheidend für den Erfolg in der Agentic Era identifiziert hat.

Was bedeutet das für Unternehmen?

  • Infrastruktur-Check dringend nötig: Die Mehrheit der europäischen Unternehmen ist noch nicht für autonome KI-Systeme gerüstet. Netzwerkinfrastrukturen müssen auf höhere Datenraten, verteilte Verarbeitung und KI-spezifische Sicherheitsanforderungen ausgelegt werden.
  • Edge Computing gewinnt an Bedeutung: KI-Agenten benötigen Rechenleistung dort, wo Daten entstehen. Unified Edge Ansätze, die verschiedene Funktionen konsolidieren, könnten zum Standard werden.
  • Betriebsmodelle wandeln sich: Mit AgenticOps deutet sich ein Paradigmenwechsel an – von reaktiver zu proaktiver, KI-gesteuerter Netzwerkverwaltung. IT-Teams müssen sich auf neue Arbeitsweisen einstellen.
  • Sicherheit wird komplexer: Autonome KI-Systeme schaffen neue Angriffsflächen. Konzepte wie AI Defense, die Transparenz über KI-Aktivitäten herstellen, werden zum Pflichtprogramm.
  • Qualifizierung ist entscheidend: Der Erfolg hängt nicht nur von Technologie ab, sondern auch davon, ob Mitarbeitende die neuen Systeme verstehen und steuern können.

Quellen

Agentic Era: Cisco stellt Weichen für autonome KI-Netzwerke (Computerwoche)

Cisco Launches Breakthrough Innovations for the AI Era (Cisco Newsroom)

Cisco Live EMEA: Five Announcements Signal Cisco’s Continued Transformation (SiliconANGLE)

Cisco Live Amsterdam 2026: The 5 New Products on Display (CRN)

Cisco Live EMEA 2026: Five Key Announcements (Rob Quickenden Blog)

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